Wissenswertes

1. Pflanzen

1. Übergangs-/Zwischenmoore

Ein Zwischenmoor entsteht bei viel Niederschlag und ist somit nur eine kurzzeitige Zwischenform bei der Umwandlung von einem Niedermoor zu einem Hochmoor. Ein Übergangsmoor entsteht bei wenig Niederschlag und ist somit eine Zwischenform von Niedermoor und Hochmoor, welche weiterhin auf Bodenwasser angewiesen ist.

Sie entstehen, wenn die Torfschicht über den vom Bodenwasser beeinflussten Bereich hinauswächst und nun zusätzlich von Regenwasser gespeist wird. Dies hat ein Absinken des pH-Werts, welcher dann nur noch 4 beträgt, sowie eine Abnahme der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung zur Folge.

Es entsteht ein Übergangsmoortorf mit Seggen, Moosarten, Holzresten und Binsen. Hierzu gehört zum Beispiel die Blumenbinse, welche zur Gattung der Scheuzeria gehören. Weltweit sind sie nicht gefährdet, in Deutschland stehen sie aber auf der „roten Liste“.

 

2. Niedermoore/Quellmoore

Diese Moore sind durch auftretendes Quellwasser gespeist. Sie können nur entstehen, wenn gespanntes Grundwasser vorhanden ist, also ständig ergiebige Quellwasseraustritte. Sie sind meist kleinräumig, weshalb sie oft nicht auf Karten verzeichnet sind. Das Wasser ist sauerstoff-, kalk- und nährstoffreich.

Es gibt vorwiegend 2 dominante Pflanzengesellschaften, hierbei handelt es sich um Klein- und Großseggen sowie verschiedene Röhrichtarten. Großseggen wachsen nur in feuchten Gebieten und werden zwischen 50 und 100cm hoch. Sie waren bis zum 20.Jahrhundert zum Beispiel in Flussniederungen weit verbreitet. Heutzutage lassen sich nur noch kleine Restbestände finden. Verbreitet werden sie durch Vögel. Röhrichtpflanzen wachsen am Ufer, sie sind also keine Wasserpflanzen, dennoch haben sie auch wenige Wurzeln unter Wasser, welche trotzdem Luftraum benötigen. Sie betreiben Assimilation, indem fremde organische oder anorganische Stoffe in körpereigene Stoffe umgewandelt werden. Teilweise sind auch Strauch- und Baumbestände vorhanden.

 

3. Hochmoore

Hochmoore werden von Regenwasser gespeist, weshalb sie auch Regenmoore genannt werden. Sie haben keine Verbindung zum Bodenwasser, also findet kein Ionen-Austausch mit Mineralien statt. Deshalb sind sie nährstoffarm und bodensauer.

Die Pflanzengesellschaften der Hochmoore sind spezialisiert, da wenig Nährstoffe und kein Zugang zum Bodenwasser vorhanden sind. Zu den Pflanzen gehören unter anderem Wollgräser und Torfmoose. Wollgräser werden 10-60 cm hoch, haben einen typisch weiß-orangenen „Wollschopf“. Torfmoose werden auch Bleichmoose genannt und können Nährstoffe in geringsten Konzentrationen aufnehmen. Außerdem können sie das 30-fache ihrer Masse an Wasser speichern und unendlich wachsen, indem die Basis abstirbt, während die Spitze weiterwächst. Leider sind sie stark gefährdet.

 

4. Grün-Erle (Alnus alnobetula)

Die Grün-Erle, auch Alpen-Erle oder Laublatsche genannt, gehört zu der Familie der Birkengewächse. Sie kann bis zu 110 Jahre alt werden und hat eine Blütezeit von April bis Juni.

Die Grün-Erle wird 3 bis 6 Meter hoch, hat eine glatte braune Rinde und eine rote, lang zugespitzte und gestielte Knospe.

Sie kommt in Gebirgen Mittel- und Südeuropas vor, man findet sie bis zu 2800 Metern über dem Meeresspiegel, in den Allgäuer Alpen speziell nur bis zu 2050 Metern. Außerdem kommt die Grün-Erle weit gestreut in Tallagen vor, an feuchten Hängen und an Bach- und Waldrändern. In Deutschland gibt es insgesamt 110 000 Individuen.

Die Grün-Erle ist eine Pionierpflanze, das heißt sie wächst als Erst auf einem vegetationslosen Boden. Sie kann über Symbiose mit dem Strahlenpilz Frankia Luftstickstoff bilden und wächst somit gut auf Rohboden, der kaum verwittert ist. Zudem spielt sie eine zentrale Rolle bei der Sicherung vor Rutschungen (Hang- und Lawinensicherung).

2. Geoökologie

1. Geologie im umliegenden Gebiet

Das Riedberger Horn und das umliegende Gebiet besteht vorwiegend aus Molasse, Flysch und Helvetikum.

Die Sedimentgesteine der Molasse sind vor ca. 20 bis 28 Millionen Jahren als Ablagerung der damaligen Alpenflüsse entstanden. Einerseits lagerten sich bei niedrigen Fließgeschwindigkeiten beziehungsweise Stillwasserbereichen feines Material ab. So entstanden die Ton- und Mergelschichten, die mittlerweile die Täler und flachere Bereiche an den Berghängen bilden, welche meist landwirtschaftlich genutzt werden. Andererseits konnten bei höheren Fleißgeschwindigkeiten lediglich größere Steine liegen blieben, die durch Kalk und Auflastdruck über mehrere Millionen Jahre verklebten. Die Berggipfel und Felswände der Nagelfluhkette bestehen daraus.

Flysch dagegen ist sanft und gleichmäßig geformt und enthält ehemalige Tiefseesedimente. Es besteht aus Ton-, Mergel- und Sandsteinen, wodurch es leicht verwittern kann. Dies begünstigt Hangrutschungen. Außerdem bilden die Tonschichten bei Verwitterung wasserstauende Böden, was die für das Riedberger Horn charakteristischen Moore und Feuchtwiesen ermöglicht.

Das Helvetikum entstand vor ca. 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung im warmen Flachwasserbereich. Typisch sind große Kalksteinwände aus Schrattenkalk, in denen öfter Fossilien gefunden werden können.

 

2. Abiotische Faktoren

Das Relief am Riedberger Horn wird vorwiegend aus Flysch aufgebaut, das in Täler und Becken abfällt. Das Klima ist relativ gleichmäßig und mild. Jeden Monat gibt es zwischen 12 und 15 Regentage und die Niederschlagsmenge beträgt etwa 80mm pro Monat. Windstille Tage gibt es kaum. Die Geschwindigkeit des meist aus dem Süden kommenden Windes beträgt durchschnittlich 12 km/h, außer im Januar und Februar, in diesen Monaten weht er bis zu 60 km/h. Sonnentage in den Sommermonaten, an denen es von morgens bis abends sonnig ist, kommen etwa neun- bis zehnmal pro Monat vor, an diesen Tagen steigen die Temperaturen bis zu 25° Celsius an. Die ansonsten durchschnittliche Temperatur beträgt 10°, im Winter sind jedoch Temperaturen bis zu -20° möglich.

 

3. Erosion am Riedberger Horn

Aufgrund des vorhandenen Flyschgesteins am Riedberger Horn sind viele potenzielle Gleitflächen vorhanden, welche Rutschungen an den Hängen begünstigen. Des Weiteren ist Niederschlag ebenfalls ein Faktor, der in großen Mengen Erosion verursachen kann. Auch die Rodung der Bäume für die geplante Skischaukel würde in diesem geologisch labilen Gebiet Rutschungen begünstigen.

 

4. Berggradspaltungen

Berggradspaltungen am Riedberger Horn sind auf das geologisch labile Flyschgestein zurückzuführen. Ein Berggrad ist ein scharfer Bergrücken eines Mittelgebirges, daher spricht man bei einer Berggradspaltung von einem Riss oder sogar von einer Schlucht im Berg. Die Berggradspaltungen am Riedberger Horn sind jedoch nicht sehr ausgeprägt und nur selten zu sehen, weshalb man eher von Rissen und Verformungen spricht.

3. Wirbeltiere

Am Riedberger Horn und in dessen Umgebung leben eine Vielzahl von verschiedenen Wirbeltierarten. Im Folgenden werden nun einige von ihnen vorgestellt, dabei wird auf das Aussehen, den Schutzstatus, den Lebensraum und die Lebensweise sowie die Verbreitung eingegangen.

 

Birkhuhn (Lyrurus tetrix)

Das Birkhuhn ist wohl eine der bekanntesten der am Riedberger Horn vorkommenden Arten, doch leider auch vom Aussterben bedroht und somit Teil der Roten Liste. In Mitteleuropa existieren nur noch aufgesplitterte Vorkommen, in Deutschland gibt es höchstens noch 1600 Paare.

Die Birkhühner in Mitteleuropa leben fast nur noch in Hoch- und Mittelgebirgen. Dort vor allem in den „Kampfzonen“ des Waldes, an Moorrändern und an locker von Bäumen und Sträuchern durch setzten Gebieten. Am Riedberger Horn lebt die größte Birkhuhn Population im Allgäu. Es befinden sich viele Balzplätze in den Mooren, besonders häufig sind sie am Nordhang in leicht bewaldetem, halboffenem Gelände zu finden.

Das 45 bis 60cm große und 0,7 bis 1,5 Kilogramm schwere Birkhuhn ernährt sich hauptsächlich von Knospen, Blumen und Blättern, im Sommer gelegentlich auch von Insekten. Im Winter ziehen sie sich meist in eigens gegrabenen „Schneehöhlen“ zurück, in denen es wärmer als in der Umgebung ist, um Energie zu sparen. Gegen März und April findet die Balz der Hähne statt, um Weibchen anzuwerben. Dies geschieht auf traditionellen Balzplätzen mit niedriger Vegetation. Die Eier werden meist zwischen April und Juni in einem Gelege am Boden abgelegt, danach leben Birkhühner in Familiengruppen.

 

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Der Erlenzeisig wird zwischen 11 und 12,5cm groß und bis zu 12 Gramm schwer. Diese Vogelart ist nicht vom Aussterben bedroht.

Erlenzeisige sind sehr aktiv, rastlos und ruffreudig. Sie ernähren sich von Körnern und Samen und leben vor allem im Winter in großen Trupps. Die Eier werden von April bis Juni in ein bis zwei Gelegen abgelegt.

Erlenzeisige brüten in Nadel- und Mischwäldern in Mittel-, Nord- und Osteuropa und überwintern in fast ganz Europa. Am Riedberger Horn sind sie vor allem im Winter, meist in der Nähe von Fichtenbeständen, in sehr großer Anzahl anzutreffen.

 

Zitronenzeisig (Carduelis citrinella)

Ähnlich wie der Erlenzeisig wird der Zitronenzeisig zwischen 11,5 und 12,5cm groß und bis zu 12 Gramm schwer, ist jedoch gefährdet.

Auch Zitronenzeisige ernähren sich von Samen und Körnern, im Sommer aber zusätzlich von Gräsern und Kräutern. Eier werden in ein bis zwei Gelegen von April bis August gelegt.

Zitronenzeisige brüten in Bergwäldern ab einer Höhe von 700 Metern bis zur Baumgrenze. Sie kommen vor allem in den Alpen und den Pyrenäen vor und leben dort meist in lockeren Fichtenbeständen. Außerdem sind sie überwiegend Jahresvögel, sie bleiben also ganzjährig im selben Gebiet. Am Riedberger Horn lebt und brütet der Zitronenzeisig überwiegend in Gebieten mit Fichtenbestand und angrenzenden baumfreien Flächen.

 

Dreizehenspecht (Picoides tridactylus)

Der Dreizehenspecht wird zwischen 21 und 22cm groß und 65 Gramm schwer. Laut der Roten Liste Deutschland aus dem Jahr 2007 ist er stark gefährdet, laut der Roten Liste Alpin jedoch nicht.

Der tagaktive Dreizehenspecht brütet in Baumhöhlen in Nadel- und Mischwäldern, bevorzugt in älterem Fichtenbestand und viel Totholz. Er ernährt sich von Larven, Puppen und holz- und rindenbewohnenden Insekten wie Borkenkäfer. Die Fressfeinde des Dreizehenspechts sind Eulen und Greifvögel.

Der Dreizehenspecht ist weit verbreitet, die Lebensgebiete ziehen sich von den Skandinavien bis nach Kamtschatka. In Deutschland ist er vor allem in den Alpen sowie im hinteren und vorderen Bayerischen Wald verbreitet. Ebenso ist er am Riedberger Horn im Totholz zu finden.

 

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Der Sperlingskauz wiegt zwischen 60 und 80 Gramm und wird zwischen 16 und 19cm groß. Die Rote Liste Deutschland aus dem Jahr 2007 und die Rote Liste Alpin geben ihn als nicht gefährdet an.

Der Sperlingskauz ist tag- und dämmerungsaktiv und lebt in Nadel- und Mischwäldern. Er brütet in Baumhöhlen, die davor oft Buntspechten gehörten. Er ernährt sich hauptsächlich von Mäusen und Vögeln, Feinde sind der Baummarder, Waldkauz und Habicht.

Der Sperlingskauz kommt in Gebirgen in Mittel- und Osteuropa, aber auch in Skandinavien und Ostasien vor. Er ist den Alpen flächendeckend verbreitet und am Riedberger Horn im Totholzwald zu finden.

 

Waldbirkenmaus (Sicista betulina)

Auffällig bei der Waldbirkenmaus ist der schwarze Aalstrich, der sich auf dem Rücken befindet. Außerdem ist die Schanzlänge deutlich länger als die Körperlänge. Diese beträgt 50 bis 75mm. Die Waldbirkenmaus ist eine zu schützende Art, da sie stark gefährdet und sehr selten ist.

Zum Leben benötigt die Waldbirkenmaus eine hohe Bodenfeuchtigkeit und eine dichte Vegetation aus Kräutern und Sträuchern. Sie bewohnt sumpfige Mischwälder, Grasflächen mit zartem Zwergstrauchbewuchs, Hochmoore und artenreiche Borstgrasrasen. Diese sollten sich in einer Höhe zwischen dem Meeresniveau bis maximal 2200m befinden. Die Waldbirkenmaus baut sich ein Nest aus Gras, welches an Ästen oder hoher Vegetation befestigt wird. Sie pflanzt sich nur mit einem Wurf mit etwa 3 bis 5 Jungen pro Jahr fort. Als Nahrung dienen Beeren, Insekten, Baumfrüchte und Samen.

Es existiert ein zusammenhängendes Artareal, welches sich von Finnland über Polen und Rumänien nach Osten erstreckt und bis nach Asien reicht. In Mittel-, Ost- und Nordeuropa leben kleine inselartig zersplitterte Subpopulationen. In Deutschland existieren Waldbirkenmäuse nur in drei weit auseinanderliegenden Regionen, bei denen es sich um ein Gebiet im Nordosten Schleswig-Holstein, eines im Bayerischen Wald und eines im bayerischen Allgäu handelt.

 

Alpenspitzmaus (Sorex alpinus)

Die Ober- und Unterseite der Alpenspitzmaus sind einheitlich mit einem schieferartigen Glanz gefärbt. Im Kontrast dazu hat sie fleischfarbene Pfoten. Die Kopfrumpflänge beträgt 60 bis 85mm, die Schwanzlänge 60 bis 72mm, Körper und Schwanz sind also etwa gleich lang. Sie wiegt zwischen 6 und 11 Gramm. Die Rote Liste gibt den Schutzstatus ungefährdet an.

Die Alpenspitzmaus lebt in felsigem Habitat oder Gewässernähe und bevorzugt schattige und feuchte Lagen, wie an Flüssen mit steinigen Ufern, Gebirgsbächen oder Quellaustritten. In Mittelgebirgen und Tieflagen ist sie vor allem an kühle und feuchte Standorte in Laub- und Mischwäldern gebunden, in den Alpen über der Baumgrenze an Standorte mit Zwergstrauchheiden, Latschenbeständen sowie mit Steinen und Geröll. Die Alpenspitzmaus legt in Ufernähe unter Baumwurzeln oder Steinen Nester an. Sie vermehrt sich durch 2 bis 3 Würfe mit jeweils 2 bis 6 Jungtieren während der Paarungszeit von Februar bis Oktober. Regenwürmer, Insekten, Spinnen und ähnliches dienen als Nahrung.

Die Alpenspitzmaus ist in Europa im Alpenbogen bis über das Dinarische Gebirge und den Balkan verbreitet. Sie leben auch im Karpartenbogen von Rumänien bis in die Lausitz. Es existieren ebenfalls isolierte Mittelgebirgsvorkommen. In Deutschland ist sie im Schwarzwald, Oberpfälzer Wald, Fichtelgebirge, Rhön, Bayerisch-Böhmischer Wald und in Teilen der Schwäbischen Alp verbreitet. Außerdem ist sie in den Alpen häufig anzutreffen, ansonsten bayernweit selten.

 

(Alpen-)Schneehase (Lepus timidus)

Der Alpenschneehase hat im Sommer ein graubraunes Fell, im Winter verändert er sein Aussehen und bekommt ein weißes Fell, nur seine Ohrenspitzen bleiben schwarz. Laut der Roten Liste ist er ungefährdet.

Als Lebensraum dienen Wälder, Wiesen und Weiden in gebirgigen Lagen, aber auch Weide- und Ackerland in tieferen Lagen. Der Alpenschneehase lebt in größeren Kolonien in Erdhöhlen. Gräser, Kräuter, Beeren, Rinde und ähnliches dienen als Nahrung. Die Wurfzahl ist abhängig von der jeweiligen geographischen Lage.

Der Schneehase ist Nordeuropa, Sibirien, Japan, Irland sowie natürlich in den Alpen verbreitet. Dort kommt er in Höhen über 1200m bis zur Schneegrenze vor.

 

Alpensalamander (Salamandra atra)

Der Alpensalamander wird den Schwanz miteinberechnet bis zu 16cm lang, hat eine einheitliche Schwarzfärbung, ein geripptes Aussehen und große Ohrendrüsen. Er ist streng geschützt.

Der Alpensalamander kommt gewöhnlich zwischen 800 und 2000m vor und lebt in feuchten Laub- und Bergmischwäldern in der Nähe von Gebirgsbächen, aber auch über der Waldgrenze auf feuchten Alpenweiden, Zwergstrauch Heiden und Schutthalten. Tagsüber halten sie sich an schattigen Stellen, wie unter Steinen, in Löchern oder Holz, auf, bei bedecktem Himmel oder nach Regen gelegentlich auch an offenen Plätzen. Die Vermehrung wird durch Lebendgeburten von etwa 2 bis 4 Jungen durchgeführt. Davor „bugsiert“ das Männchen das Weibchen während der Fortpflanzung über ein am Boden abgelegtes Samenpaket. Käfer, Ameisen, Spinnen und Regenwürmer dienen als Nahrung.

Der Alpensalamander ist in den Alpen und im Balkan verbreitet.

 

Bergeidechse (Zootoca vivipara)

Die nicht gefährdete Bergeidechse wird zwischen 16 und 18cm lang und 10 Gramm schwer. Die tagaktive Bergeidechse ernährt sich von Spinnen, Käfer, Raupen und Heuschrecken und wird von Schlangen, Mardern und Greifvögeln gefressen. Sie benötigt eine relativ hohe Bodenfeuchtigkeit, außerdem sonnt sie sich um auf die gewünschte Körpertemperatur von 25 bis 30° zu kommen. Die Bergeidechse ist ovovivipar, was bedeutet, dass die Jungen während oder kurz nach der Eiablage schlüpfen.

Die Bergeidechse ist in Europa weit verbreitet und ist somit auch überall, vor allem aber an Wegrändern, Waldlichtungen und in Heiden, am Riedberger Horn zu finden.

4. Insekten

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5. Tourismus

1. Tourismus im Allgäu

Schon um etwa 10 000 bis 7000 vor Christus begann die vereinzelte Besiedlung in den Allgäuer Alpen, doch bis sich das Gebiet in einen touristischen Magnet verwandelte dauerte es noch einige Zeit. Als Beginn des Tourismus im Allgäu gilt die Eröffnung des Grüntenhaus 1854 durch den sogenannten „Alpkönig“ Carl Hirnbein. Es gilt als das erste Hotel in den Allgäuer Alpen und wird mittlerweile als Berghaus mit Hüttencharakter geführt, in dem Wanderer in fünf Mehrbettzimmern unterkommen können. Zu dem in 1535 Metern Höhe auf dem Grünten liegenden Grüntenhaus führt keine Straße, es kann aber von der Bergstation Grüntenseilbahn in etwa 20 Minuten zu Fuß erreicht werden. Ursprünglich war es als normales bürgerliches Hotel geplant.

1886 wurde Wörishofen durch die Erscheinung des Buches „Meine Wasserkur“ zum bekannten Kurort und kurbelte den Tourismus weiter an.

Im Jahr 1992 wurde das 207 km² große Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“ ausgewiesen. 2008 wurde dann schließlich auch der Naturpark „Nagelfluhkette“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dort befindet sich unter anderem die Hörnergruppe mit dem Riedberger Horn, sowie der Große Alpsee.

 

2. Tourismusbilanz im Jahr 2017

Dadurch, dass das „Projekt Allgäu“ immer attraktiver gemacht wird, kann der Tourismus dort gute Ergebnisse verbuchen. Die Infrastruktur für die sogenannten Leitprodukte, wozu Wandern, Radfahren, Alpenwellness und Ähnliches gezählt werden, wird stetig verbessert. So steigt die Qualität dieser Angebote und die „Marke Allgäu“ wird gleichzeitig zur Qualitätsmarke.

So war auch das Jahr 2017 für das Allgäu touristisch gesehen ein voller Erfolg. Es wurden 12,9 Millionen Übernachtungen gezählt, was einem Plus von 2,5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Durchschnitt bezahlt jeder dieser Übernachtungsgäste 101,20€, wodurch 1,3 Milliarden Euro im Allgäu gelassen werden.

 

3. Die Hörnerdörfer

Der Tourismusverband Hörnerdörfer

Der Tourismusverband Hörnerdörfer vereint fünf kleine Dörfer rund um die Hörnerkette, die sogenannten „Hörnerdörfer“. Hierbei handelt es sich um Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein, Bolsterlang und Balderschwang. Durch den Zusammenschluss sollen die Hörnerdörfer besser vermarktet werden und der Tourismus dort angekurbelt werden, damit sie neben den vielen beliebten und vor allem größeren Urlaubszielen in der Nähe nicht untergehen. Über die Website des Verbands kann man einfach einen Urlaub dort buchen.

Daten zu den Hörnerdörfern

Im Jahr 2017 gab es in den Hörnerdörfern etwa 50 000 Gästemeldungen und sogar 184 000 Gästeübernachtungen. Das lässt auf eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,67 Tagen schließen. Diese ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Insgesamt gab es ein Bettenangebot von 1107 Betten, die 166 Tage im jährlichen Durchschnitt belegt waren.

Der Großteil der Gäste, etwa 83%, stammt aus Deutschland, vor allem aus den Bundesländern Bayern und Baden Württemberg. Auffällig ist, dass nur wenige jugendliche oder junge Erwachsene kommen, dafür aber besonders die Altersgruppe ab 66 Jahren stark vertreten ist.

Die Hörnerdörfer sind noch sehr stark vom Wintertourismus geprägt und haben deshalb die meisten Gäste in der Wintersaison. Trotzdem sieht man wie wichtig der Sommertourismus ist. Vor allem immer mehr Senioren finden Gefallen an ein paar Tagen im Allgäu bei den angenehmeren Temperaturen im Spätsommer und auch viele Familien fahren gerne im Sommer in die Berge und genießen die wunderschöne Landschaft und die vielen Freizeitangebote. Im Vergleich zu Oberstdorf, wo der Sommertourismus jetzt schon bedeutender als der Wintertourismus ist, sieht man, dass sich der Tourismus in Zukunft mehr auf die warmen Monate des Jahres konzentrieren muss. Daher ist das neu geplante Naturerlebniszentrum genau die richtige Maßnahme, denn es soll das Allgäu besonders im Sommer um eine weitere Attraktion bereichern.

 

4. Skigebiete

In dem Gebiet um das Riedberger Horn lassen sich drei Skigebiete finden: die Skigebiete Grasgehren, Riedberger Horn und Balderschwang.

In Grasgehren verteilen sich fünf Lifte auf eine Pistenlänge von 11,6 Kilometern. In der Saison 18/19 hat es bereits einen Zuschuss in Höhe von 200 000€ von der Gemeinde Obermaiselstein erhalten. Es erfordert eine dringende Modernisierung, hierbei ist unter anderem auch ein neuer Schneiteich geplant. Außerdem existiert bereits ein Verbindungsbus zu dem Skigebiet Riedberger Horn, welches mit einer Pistenlänge von 4,9 Kilometern und 3 Liften deutlich kleiner ist. Das größte der drei Skigebiete ist Balderschwang mit einer Pistenlänge von 30 Kilometern. Ab drei Tagen sind auch Tickets für diese drei Skigebiete zusammen erhältlich.

Geplant ist nun eine Skischaukel, welche die Skigebiete Grasgehren und Balderschwang verbinden soll. So soll ein deutlich größeres Skigebiet mit einer Pistenlänge von 51,75 Kilometern entstehen. Zudem sollen zwei neue Bergbahnen gebaut werden. Dieses Vorhaben wird nun aber nicht durchgeführt.

6. (Land-)Wirtschaft

1. Wichtige Wirtschaftsbereiche und Rolle der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft, vor allem die Milchwirtschaft, spielt immer noch eine wichtige Rolle im Allgäu, ist mittlerweile aber oft direkt mit anderen Branchen wie dem Tourismus verbunden (z.B. Gästebeherbergung). Der Anteil der Erwerbstätigen im Bereich Landwirtschaft beträgt im Oberallgäu 4,6%, in Bayern 1,8% und in ganz Deutschland sogar nur 1,6%.

Andere Wirtschaftsbereiche werden aber trotzdem auch im Allgäu in den letzten Jahrzehnten immer bedeutender.

Hierzu gehören Maschinen- und Fahrzeugbau, die Lebensmittel und Verpackungsindustrie, die Energie- und Umweltwirtschaft, das Gesundheitswesen und die Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

 

2. Grünlandtypen

2.1 Definition

Als Grünland werden Landschaften mit Gras und/oder krautigen Pflanzen bezeichnet. Sie dienen der landwirtschaftlichen Nutzung und bieten einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem wird durch Grünland die Bodenfruchtbarkeit bewahrt und geschützt, außerdem dient es auch dem Trinkwasser- und Klimaschutz.

2.2 Faktoren des Grünlandrückgangs

Zunächst wird bei einem Umbruch des Grünlands im Boden gespeichertes CO2 freigesetzt. Außerdem führt der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu einem Artenschwund im Ackerbau und im Grünland. Der Klimawandel führt zu einem verändertem Pflanzenwachstum und einer Verschiebung der Vegetationsperiode. Zuletzt lässt sich noch sagen, dass sich der in Düngern enthaltene Stickstoff in Nitrat umwandelt, welches ins Grundwasser gelangt und unter anderem stille Gewässer wie Seen eutrophieren lässt.

2.3 Extensive vs intensive Landwirtschaft

Man kann grundsätzlich zwischen extensiver und intensiver Landwirtschaft, vor allem in Bezug auf Ackerbau und Viehzucht, unterscheiden. Bei der extensiven Landwirtschaft wird nur wenig Input investiert, was heißt, dass kein beziehungsweise nur wenig Dünger, welcher von den eigenen Tieren stammt, verwendet wird und das eigene Saatgut vermehrt wird. In der intensiven Landwirtschaft dagegen wird mit viel Input gearbeitet: große Mengen an organischen und mineralischen Düngemittel werden verwendet, das Saatgut stammt von Züchterfirmen, chemische Pflanzenschutzmittel, moderne Maschinen und Bewässerungsanlagen werden eingesetzt. Das erfordert natürlich hohe Kosten, wird aber durch die hohen Ernteerträge und den damit verbundenen Gewinn ausgeglichen. Im Gegensatz dazu steht die extensive Variante mit geringen Kosten, aber auch niedrigem Gewinn. Diese häufig im Gebirge auftretende Variante ist auch deutlich umweltschonender. Intensive Landwirtschaft birgt dahingegen die Gefahr des Rückgangs der biologischen Vielfalt. Beispielsweise werden Heuschrecken von „normalen“ Wirtschaftswiesen verdrängt, was eine Unterbrechung der Nahrungsketten zur Folge hat: der Weißstorch ernährt sich im Sommer zu 90% von Heuschrecken, wodurch ebenfalls indirekt betroffene Tierarten wie der Weißstorch gefährdet werden. Außerdem wird der Wasser- und Nährstoffhaushalt verändert, die Landschaft wird immer eintöniger und verliert somit ihre regionale Identität und ihren Erholungswert.

2.4 Wirtschaftsgrünland

Wirtschaftsgrünland ist der vorherrschende Grünlandtyp in Deutschland. Es dient der Ertragssteigerung, welche durch regelmäßige Düngung und Mahd oder Beweidung erreicht werden kann. Hierbei haben die Pflanzen relativ hohe Ansprüche und erfordern eine gute Wasser- und Nährstoffqualität. Es sollte also weder zu trocken, noch zu feucht sein. Bei intensiver Nutzung kommt es zu einem einheitlichen und monotonen Erscheinungsbild, sowie einer zunehmender Artenverarmung. Bei extensiver Nutzung hingegen entsteht ein großes Blütenreichtum.

Das Wirtschaftsgrünland lässt sich noch in 2 weitere Varianten grob unterscheiden: Die Berg-Mähwiesen und die Fettweide und Vielschittwiese.

Berg-Mähwiesen, welche zwischen nährstoffreich und mager unterschieden werden, weisen keine deutliche Oberschicht auf, dafür aber eine blütenreiche Mittelschicht, beispielsweise mit Wald-Storchschnabel und Bärwurz. Sie werden mäßig gedüngt und es finden ein bis zwei Mahden im Jahr statt. Berg-Mähwiesen sind wichtig für den Erhalt der Biodiversität in den Alpen und dienen der Heugewinnung. Diese Wiesen und Weiden bilden oft den Übergang in tiefere Lagen und werden außerdem eventuell auch im Herbst beweidet.

Die Fettweiden und Vielschnittwiesen bilden den dominierenden Grünlandtyp für die landwirtschaftliche Nutzung. Sie werden häufig gedüngt, gemäht und sind beweidet. Sie sind über das ganze Jahr hinweg blütenarm und wirken trotz ihrer sattgrünen Farbe monoton. Der Gräseranteil ist hoch, vor allem Deutsches Weidelgras und der Wiesen-Fuchsschwanz lässt sich dort finden, zu Frühlingsbeginn ebenfalls der Wiesen-Löwenzahn.

 

3. Kleinbauern

Im Allgäu, sowie im Gebiet um das Riedberger Horn gibt es noch einige Kleinbauern, die mit wenig Hilfsmitteln vor allem Subsistenzwirtschaft betreiben, also der Ertrag für den Eigenbedarf genutzt wird. Einige bieten ihre Ware aber auch zum Verkauf an. Die Erträge sind prinzipiell eher gering, mittlerweile arbeiten Kleinbauern aber auch in Kombination mit dem Tourismussektor.

 

4. Kulturlandschaft

Das Gebiet um das Riedberger Horn ist stark von der Kulturlandschaft geprägt, also vom Menschen beeinflusst.

4.1 Landschaftswandel

Im Laufe der Zeit hat sich die Landschaft im Allgäu stark verändert. Heutzutage wohnen deutlich mehr Menschen hier, wodurch natürlich auch die Siedlungsflächen zugenommen haben. Dies ist zum einen bedingt durch Einfamilienhäuser der Anwohner, aber auch durch Ferienwohnungen und Hotels, in welchen die Touristen unterkommen können. Zusätzlich steigt dazu noch der individuelle Wohnflächenbedarf. Dadurch ist eine Erweiterung der Infrastruktur notwendig, es wurden viele neue Straßen gebaut, darunter auch der Riedbergpass zwischen Obermaiselstein und Balderschwang. Es lässt sich auch beobachten, dass ehemalige landwirtschaftliche Nutzflächen verbuschen oder sogar menschlich aufgeforstet werden.Dazu gehören schwer zu bewirtschaftende Flächen, welche beispielsweise an steilen Talhängen liegen. Im Gegensatz dazu fokussiert sich die Landwirtschaft immer mehr auf gut erreichbare Talflächen, auf denen eine maschinelle Nutzung möglich ist.

4.2 Almen/Alpen

Mit Hilfe von Almen, im Allgäu vor allem Alpen genannt, ist eine Erschließung von schlecht zugänglichen, hoch gelegenen Lebensräumen möglich. Hierbei werden Weideflächen im Gebirge extensiv bewirtschaftet. Dies erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. Trotz schwieriger Bewirtschaftungsbedingungen wird relativ wenig Gewinn erzielt.

Früher fokussierten sich die Almen auf die Landwirtschaft, genauer auf die Grünland- und Milchwirtschaft und selten auch die Viehwirtschaft. Der Gewinn diente vor allem der Selbstversorgung und Existenzsicherung. Mittlerweile ist der Tourismus oft zur Haupteinnahmequelle geworden. Durch immer größer werdende Konkurrenz wie Großunternehmen wird die Existenz der Almen gefährdet. Deswegen werden sie durch Subventionen staatlich unterstützt, wodurch die Anzahl der Almen relativ konstant bleibt.

Almen spielen mittlerweile eine besonders große Rolle im Tourismus, da sie Wanderern die Möglichkeit bieten kurz einzukehren und sich mit einem leckeren Essen und erfrischendem Getränk auszuruhen. Außerdem haben sie auch einen positiven Einfluss auf das Landschaftsbild, da durch Almen die Kulturlandschaft erhalten und gepflegt wird. Hierdurch können auch artenreiche Gebirgsflächen aufrechterhalten werden, welche einen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten bieten und zusätzlich die Verbuschung verhindern.

4.3 Obstanbau/Streuobstwiesen

Ein weiteres Element der Kulturlandschaft sind Streuobstwiesen. Durch diese kann Obst durch verstreute, hochstämmige Obstbäume auf Wiesen und Weiden umweltverträglich gewonnen werden.

Es wird ohne Intensivdünger bewirtschaftet, wodurch ein Lebensraum für viele (seltene) Tier- und Pflanzenarten entsteht. Außerdem können durch das Wurzelsystem der Bäume Erosionen verhindert werden und die Bäume dienen als Frischluftproduzent.

Trotz dieser positiven Aspekte sind die Streuobstwiesen bedroht. Zum Beispiel soll der Platz anderweitig genutzt werden, aber das viel größere Problem stellt der Verkauf dar. Das Obst genügt oft den EU-Handelsklassenvorschriften nicht und har somit im Handel keine Chance gegen das äußerlich makellose Plantagenobst, welches von intensiv bewirtschafteten Obstplantagen stammt.

4.4 Auswirkungen

Die Kulturlandschaft dient als Erlebnis- und Erholungsraum für Menschen und kann wirtschaftlich genutzt werden. Durch die zunehmende Verstädterung der Täler wird aber leider auch das Landschaftsbild durch Hotels, Skigebiete und ähnliches zerstört und die charakteristische Landschaft geht verloren.

Für Tiere und Pflanzen wird zum einen mit Alpweiden und Streuobstwiesen ein Lebensraum geschaffen, zum anderen werden sie aber auch durch intensive Nutzung und Landwirtschaft bedroht. Hierbei verursachen vor allem Skigebiete und verwendete Pestizide schlimme Schäden.

 

5. Buhl´s Alpe

Die Buhl´s Alpe ist eine Alp (=Alm), die in der Nähe des Riedberger Horns im Gunzesrieder Hochtal liegt. Von der Otto-Schwegler-Hütte (die Hütte, in der wir während unserer Exkursionen übernachtet haben) ist sie zu Fuß in einigen Minuten zu erreichen. Sie existiert bereits seit 250 Jahren, früher war sie nur im Sommer bewirtschaftet, seit 60 Jahren nun aber schon ganzjährig. Die Alm erzielt ihren Gewinn vor allem über den Tourismus. Es kann übernachtet oder nur kurz zum Essen gestoppt werden. Zusätzlich besitzt die Alm auch einige Hochlandrinder, welche der Fleischproduktion dienen.

 

6. Viehhaltung

Bei der Viehhaltung lässt sich grundsätzlich zwischen extensiv und intensiv unterscheiden. Bei der intensiven Viehhaltung werden viele Tiere auf wenig Raum in engen Ställen gehalten, meist handelt es sich hierbei um nur eine Tierart, das Futter wird nicht selbst hergestellt, und die Tiere werden mit Antibiotika und Medikamenten zur künstlichen Wachstumsanregung behandelt. Bei der extensiven Haltung leben dahingegen wenig Tiere auf viel Raum, wodurch sie auch viel Auslauf und Weidegang bekommen. Meist leben mehrere Tierarten zusammen, das Futter wird selbst hergestellt und den Tieren werden keine wachstumsanregenden Substanzen verabreicht. Prinzipiell lässt sich also sagen, dass der größtmögliche wirtschaftliche Ertrag und hohe Effizienz der artgerechten Tierhaltung und ertragsschwachen Nutzung gegenüberstehen.

6.1 Fleisch- und Milchproduktion

Das Vieh dient meist der Fleisch- und vor allem der Milchproduktion. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Viehwirtschaft immer mehr in die Richtung möglichst viel zu möglichst geringen Preisen herzustellen. Die Zahl der Sennalpen, bei denen die Milch direkt vor Ort verarbeitet wird, nimmt ab, da die gewonnene Milch nun ins Tal zu großen Molkereien transportiert wird. Teilweise wird sie dort zu Käse oder Butter verarbeitet.

6.2 Umweltverträglichkeit

Der Aspekt der Umweltverträglichkeit wird bei der Viehhaltung vernachlässigt. Nicht nur durch den hohen Energie- und Wasserverbrauch wird die Umwelt belastet, sondern auch durch die Emission von Treibhausgasen. Zum einen wird Methan durch Kühe, zum anderen Kohlenstoffdioxid bei der Verarbeitung ausgestoßen. Dies trägt zur globalen Erderwärmung bei. Trotz der überwiegenden negativen Folgen, gibt es auch einige positive. Durch extensive Landwirtschaft kann die Biodiversität erhalten werden.

Heimatgeschichte

1. Allgemeines

Bei den Allgäuer Alpen handelt es sich um eine grenzüberschreitende Landschaft in Österreich und Deutschland. Über 600 Gipfel kann dieses Gebiet in dem Faltengebirge aufweisen.

 

2. Das Allgäu im Laufe der (Erd-)Geschichte

Während des Karbons vor etwa 300 Millionen Jahren lag das Allgäu in den Tropen. Es herrschte ein heißes und feuchtes Klima, weshalb üppige Wälder mit Schachtelhalmen, Bärlapp-Gewächsen und Baumfarnen wuchsen. In der anschließenden Trias vor 200 Millionen war es Teil des tropischen Falchmeeres, dabei entstanden viele Nadelhölzer. Durch die Kontinentalverschiebung und das Zu Driften Afrikas auf Europa bewegt sich Europa nach Norden und liegt somit nicht mehr in den Tropen, sondern in den gemäßigten Breiten. Das hat eine Veränderung der Flora und Fauna zur Folge. Während der letzten 600 000 bis 10 000 Jahre wurde die Landschaft in der Eiszeit von riesigen Gletschern überdeckt, die von den Hochregionen der Alpen bis ins Alpenvorland hinausreichten. Durch Aussterben und Abwanderung kam es zu einer weiteren Abnahme des Artenreichtums. In der folgenden Nacheiszeit während der letzten 10 000 Jahre sind die Gletscher wieder abgeschmolzen und dichte Wälder gewachsen. Das war die Entstehung des heutigen Allgäus.

Seit der Steinzeit, die von etwa 500 000 bis 8 000 vor Christus reichte, bewohnten zunächst Nomaden das Gebiet. Später wurden die Menschen auch sesshaft und griffen in die Natur ein. Wälder wurden gerodet, damit Platz für landwirtschaftliche Nutzung geschaffen werden konnte. Es wurde vor allem viel Flachs angebaut, woher der Name „Das blaue Allgäu“ stammt. So entwickelten sich die Kulturlandschaft und Viehhaltung.

Während der Bronzezeit von 2 200 bis 800 vor Christus war Bronze ein wichtiges Gut und wurde über Handelsnetze gegen andere (landwirtschaftliche) Güter eingetauscht. So entstand eine Arbeitsteilung zwischen Bauern, Bergleuten, Händlern und Schmieden, welche eine straffe politische Organisation erforderte. In der Eisenzeit bis 15 vor Christus war Eisen ein wichtiges Gut, was durch das regionale Vorkommen verstärkt wurde. Der zunehmende Rohstoffhandel führte zum Ausbau der Verkehrswege. Während dieser Zeit bevölkerten vor allem Kelten das Gebiet. In der anschließenden Römerzeit bis zum Anfang des 5. Jahrhunderts nach Christus wurde der mittlere Alpenraum und die schwäbisch-bayerische Hochebene unter der Führung von den Stiefsöhnen von Augustus, Drusus und Tiberius, erobert. Die übrigen Kelten wurden assimiliert und dienten als Arbeiter und Soldaten. Die Infrastruktur wurde weiter ausgebaut: nicht nur große Städte, sondern auch Einzelhöfe („villae rusticae“) wurden nun an das Straßennetz angebaut. Nach einem Angriff der Alemannen zogen sich die Römer zurück und das Allgäu entwickelte sich in ein weitgehend entvölkertes Gebiet. Im frühen Mittelalter gewannen die Franken die Vorherrschaft über das Allgäu.

 

3. Die Entstehung der Alpen

Bei den Alpen handelt es sich um ein Faltengebirge. Sie sind ein komplexes Gebilde aus Gesteinen unterschiedlichen Alters und Herkunft, welches im Laufe der Zeit gefaltet, übereinander geschoben und stark angehoben wurde.

Während der Sedimentationsphase lagen Kalkalpin, Flysch, Helvetikum und Molasse in von Süd nach Nord verlaufenden parallelen Rinnen vor. Sie lagerten sich auf dem Meeresboden ab und führten so zum „Verschwinden“ des Meeres. Während der Faltung- und Überschiebungsphase bewegt sich der afrikanische Kontinent in Richtung Norden. So schieben sich die verschiedenen Gesteinsarten übereinander, sodass die Molasse, die vorher ganz nördlich lag, am weitesten unten liegt und das vorher südlich gelegene Kalkalpin nun am weitesten oben liegt. Anschließend wurden die Alpen durch Erosion noch weiter modelliert.