Weltpolitik zum Anfassen
Holbeiner erleben die UN hautnah

Weltfrieden ist gar nicht so leicht

Die Glocke läutet. Der UN-Generalsekretär tritt ans Rednerpult. Ruhe kehrt ein, alle Augen richten sich auf den Redner. Die Sitzung der UN-Vollversammlung ist eröffnet. 

Im Hauptquartier der UN in New York waren wir leider nicht, aber drei Tage lang tauchten Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangstufe in die Welt der Internationalen Politik ein und schlüpften in die Rollen von Staats- und Regierungschefs, Ministern, Diplomaten, Aktivisten oder Journalisten. 

Das W-Seminar „Israel und seine Nachbarn“ (Gertrud Hettenkofer) und der Begabtenkurs „Aus Politik und Zeitgeschichte: Der Syrienkonflikt“ (Julius Herion) hatten gemeinsam mit weiteren Schülerinnen und Schülern aus der 11. und 12. Jahrgangsstufe Gelegenheit, an dem Seminar „POL&IS“ teilzunehmen, das in Langau bei Steingaden stattfand. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich beim Dominikus-Zimmermann-Gymnasium Landsberg, mit dem wir zusammen die Simulation durchführen konnten und natürlich bei den Jugendoffizieren um Hauptmann Vanessa Wiethölter für die professionelle Organisation. 

POL&IS (Politik und Internationale Sicherheit) ist ein Simulationsspiel, bei dem die UN-Vollversammlung nachempfunden wird. Es wird von den Jugendoffizieren der Bundeswehr angeleitet. Den Teilnehmenden werden verschiedene Länder zugelost, deren regional- und länderspezifische Interessen die Spieler für die nächsten drei Tage vertreten. Neben den Regierungsvertretern der Länder gibt es wie im wahren Leben Nichtregierungsorganisationen, die Weltbank und die Weltpresse und natürlich den Generalsekretär der UNO.

Ausgestattet mit Informationen zu ihrem Land und ihrer Rolle mussten die Regierungschefs und Minister Bündnisse schließen, Handel treiben, militärische Bedrohungen abwehren und innenpolitische Themen bewältigen. 

Befeuert wurde das Geschehen durch die Weltpresse, die Skandale aufdeckte, Fake News verbreitete und Korruption öffentlich machte. Die Weltbank beklagte falsche Wirtschaftsberichte, mahnte die Länder nachdrücklich ab und verhängte empfindliche Strafen. Die NGOs kritisierten Umweltverstöße und Menschenrechtsverletzungen etwa im Umgang mit den Flüchtlingsströmen oder prangerten die Verfolgung der LGBTQ-Gemeinde an. Letztere demonstrierte vehement vor den Staatsministern während eines Wirtschaftsgipfels. Am Ende des zweiten Spieljahres wurde sogar die Regierungschefin Südamerikas von Nordamerika entführt.

Neben der Pflege diplomatischer Beziehungen mit den einzelnen Ländern mussten die Teilnehmenden vor der Vollversammlung sprechen und ihre Position gegenüber den anderen Mitgliedern verteidigen. Nicht nur einmal kam es vor, dass ein Staatsvertreter von seinen Gegenspielern ins Kreuzverhör genommen wurde. 

Die drei Tage bedeuteten für alle Jugendlichen intensives und konzentriertes Arbeiten. Die Bildungsstätte Langau bot hierfür die passenden Räumlichkeiten. Bei hervorragender Verpflegung und angenehmen Aufenthaltsbereichen lernten sich die beiden Schulen näher kennen und knüpften neue Kontakte. Wie bei internationalen Treffen üblich fanden wichtige Gespräche und Begegnungen auch außerhalb der Konferenzen statt und führten sogar zu gegenseitigen Staatsbesuchen nach der Vollversammlung. 

Und so ermöglicht eine Schulfahrt zum Planspiel POL&IS neben der umfangreichen Simulation internationaler Beziehungen und ihrer Strukturen auch die Erfahrung, zu erleben, wie bedeutsam die persönliche Dimension in der Politik ist. 

Gisela Niemann (DZG), Julius Herion

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